2010: Das Jahr der Debütanten, das Jahr der Spitzentitel

01.01.2010

Den Auftakt im Reigen der Spitzentitel wird Bernhard Jaumanns in Namibia angesiedelter Politthriller im März machen. Sechs Seiten in der buchhändlerischen Vorschau erhält der bei Kindler erscheinenende Roman - zudem wird "Die Stunde des Schakals" in zahlreichen großen deutschen Printmedien beworben werden. Und selbstredend gibt's ein Leseexemplar - ein vorab gedrucktes Exemplar, das in einer Auflage von mehreren Tausend Stück an Buchhändler und Presse versandt wird. Auch auf dem Cover der Verlagsvorschau ist das Buch abgebildet - will heißen: Der Verlag erwartet sich einen großen ökonomischen Erfolg von diesem Werk.

Ebenfalls im März erscheint bei rororo Mia Morgowskis Unterhaltungsroman "Auf die Größe kommt es an" - vier Seiten in der Vorschau und bereits vor Erscheinen 45.000 (!) von den Buchhändlern georderte Exemplare. Wow! Schwerpunkttitel im März bei Goldmann: Die "Engelstrompeten" von Ebend/Lautenbach sind "Krimi des Monats". Sandra Lüpkes startet mit "Todesbraut" im Juni bei dtv-premium - der Verlag erhofft sich viel von dem im türkisch-kürdisch Milieu angesiedelten Krimi mit der Profilerin Wencke Tydmers - und schickt ein Leseexemplar an die Buchhändler.

Im buchhändlerischen Herbst, sprich: ab August, wird es dann so weitergehen: Alina Bronskys und Wolfgang Kaes' neue Romane werden von ihren Verlagen (Kiepenheuer & Witsch sowie C. Bertelsmann) hoch gehandelt, hier wird schon eifrig positioniert. Und zwar nicht irgendwo, sondern ganz oben. Ganz besonders drücken wir 2010 Lukas Erler die Daumen, der 2010 im Quality Paperback mit seinem Kriminalroman "Ölspur" bei Kein & Aber debütiert. Rita Falk startet bei dtv-premium mit ihren "Winterkartoffelknödel" - einem schrägen und anarchischen Krimi um Franz Eberhofer, einen bayerischen Dorfpolizisten. Um das heiß begehrte Manuskript balgten sich zahlreiche Verlage - wie schön, dass Rita Falks Werk in einem seriösen Haus erscheint. Wir erwarten einen Bestseller.

Dass auch große Verlage zu unüberlegten Hauruck-Aktionen neigen, beweist Piper. Möge das unserer Debütantin Heidi Hohner nicht zum Schaden gereichen. Eingekauft wurde ihr unverschämt frecher Unterhaltungsroman "Einen links, einen rechts, einen fallenlassen" als Spitzentitel, doch der Verlag hat umstrukturiert. Die Paperback-Reihe, in der auch "unser" auflagenstarker Krimiautor Michael Kibler bisher publiziert wurde, wurde ankündigungs- und begründungslos gestrichen: Autorengetümmel im Taschenbuch, unübersichtliche Buchhandelsprospekte, banal-kurze Ankündigungstexte waren die Folge. Und es gab nur eine Seite in der Vorschau für Heidi Hohner. Doch immerhin: Das Cover ist wunderbar, der Text eine Wucht - und die phantastische Autorin lässt sich durch nichts unterkriegen. Gute Aussichten für 2010!

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